Mittwoch, Juli 8

EnMS / Energieaudit – Anforderungen der DAkkS und BAFA

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Aktuell erreichen uns hin und wieder Informationen, dass Kunden von Änderungen gem. DIN 16247-1 und der DIN EN ISO 50001:2018 überrascht wurden. Zum „Portfolio der Überraschungen“ gehören dem Vernehmen nach neben Abweichungen in Audits vereinzelt auch (angeblich) nicht durchführbare Energieaudits nach DIN EN 16247-1.

Aus aktuellem Anlass versuchen wir daher für Interessierte mit diesem Beitrag zumindest ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen und einige Fragestellungen zu beantworten:

 

I. Kurzfristigkeit – Inhaltliche Änderungen

Frage: Wurden die Änderungen derart kurzfristig vorgenommen, sodass die Unternehmen keine Chance zur Umsetzung der Anforderungen hatten?

Sowohl die BAFA als auch die DAkkS haben frühzeitig Änderungen und Konkretisierungen auf Ihren Kanälen publiziert und in erheblichem Umfang dafür geworben diese frühzeitig zu beachten. Dieser Umstand war auch allen Fachkreisen hinreichend bekannt. Selbst in unseren Beträgen wurden Interessenten darüber informiert gehalten.

Aus Sicht des DZD ist es daher mehr als nur peinlich, wenn sich nunmehr sogenannte „Experten“ gegenüber Ihren Kunden im Nachtrag zu einem durchgefallenen Audit oder einem „monierten“ Bericht dahingehend positionieren, dass die Normnovelle, Änderungen oder gar der Kunde selbst „Schuld“ sei.

Die Anforderungen der BAFA bzw. DAkkS waren somit keinesfalls „überraschend“, sondern unter fachkundigen Stellen bereits recht lange bekannt.

 

II. DAkkS – DIN EN ISO 50001:2018

Frage: Ist es „neu“ das eine energetische Verbesserung nachgewiesen werden muss?

Es ist falsch, dass es neu sei eine energetische Verbesserung erst jetzt nachzuweisen. Grundsätzlich besteht die Anforderungen die Wirksamkeit des Systems anhand von Kennzahlen nachzuweisen seit jeher. Richtig ist vielmehr, dass sich die Anforderungen an die Leistungskennzahlen als solches erhöht haben.

Dem Vernehmen nach treibt dieser Umstand derart seltsame Blüten, sodass manche Anbieter scheinbar potentiellen Kunden eine „fröhliche Zahlensuche“ verkaufen möchten.

Gem. unserer Philosophie ist dies der völlig falsche Ansatz. Denn wir als DZD bevorzugen

wirksame Managementsysteme mit Mehrwert.

Eine „Zahlensuche“ auf dem Papier ohne erkennbaren Mehrwert führt nur in den Folgejahren zu erheblichen Problemen. Insbesondere da etwaig unnötiges Zahlenwerk erfasst und letztlich fortgeschrieben werden muss. Denn es bleibt zu beachten, dass schließlich im Wege des Audits der Folgejahre die definierten Zahlen herangezogen werden. Immerhin soll ja gerade ein Trend bzgl. der energetischen Leistung abgeleitet werden.

Damit gilt: Es ist weniger sinnvoll „fröhlich Zahlen zu suchen“ sondern wichtiger einmal sinnvolle Leistungskennzahlen zu bilden, um künftig Probleme zu vermeiden und einen Mehrwert für das Unternehmen zu schaffen.

 

III. BAFA – DIN EN 16247-1

Frage: Hat sich die DIN EN 16247-1 verändert?

Nein.

Die DIN EN 16247-1 liegt nach wie vor in der gültigen 2012er Novelle vor. Eine inhaltliche Änderung hat es hier nicht gegeben. Unabhängig davon ist hier eine Novelle im Jahr 2020 geplant, allerdings noch nicht beschlossen.

Richtig ist vielmehr, dass die BAFA neue Konkretisierungen zur Ausgestaltung, Darstellung und dem Ablauf veröffentlicht hat. Diese Abläufe betreffen jedoch nicht unmittelbar das beratene Unternehmen, da es sich – wenngleich „irreführenderweise“ als Energieaudit bezeichnet – letztlich um eine detaillierte Energieberatung handelt.

Sollten Sie hier von externer Seite beraten werden sind die Änderungen im Berichtswesen und im Ablauf grundsätzlich nicht das „Problem“ des beratenen Unternehmens. Einzig Unternehmen die das Energieaudit selbst durchführen sollten darauf achten, dass die ausführenden Stellen diese Änderungen berücksichtigen.

Aber vom Grundsatz her gilt nach wie vor: Wenn Sie von fachkundiger Stelle beraten werden, können Sie sich einfach zurücklehnen und das Energieaudit erledigt sich – unter einem Minimum an Mitwirkung – quasi von selbst.

 

IV. Umgang mit Abweichungen und zurückgewiesenen Berichten

Frage: Was tue ich im Falle von Abweichungen und zurückgewiesenen Berichten?

Für eine Vorgehensweise gibt es in diesen Fällen nicht „das Patentrezept“. Vielmehr sollten Sie in diesem Fall Ihre Prozesse überprüfen und die Gründe dafür identifizieren die letztlich in diese Situation geführt haben. Entsprechend können Sie etwaige Lücken schließen und Abweichungen auch für die Zukunft vermeiden.

Wir für unseren Teil informieren unsere Kunden frühzeitig, um den reibungslosen Ablauf bereits im Ansatz sicherzustellen und unangenehme Situationen gar nicht erst entstehen zu lassen. Denn nachträgliche Korrekturen führen gemäß unserer Erfahrung lediglich zu

  • hohen Zusatzkosten,
  • zusätzlichen internen und externen Aufwand sowie
  • ggfs. zu Problemen mit Behörden.

 

Sollten Sie Fragen haben, Unterstützung benötigen oder einfach nur mit Ihrem aktuellen Dienstleister unzufrieden sein, so scheuen Sie sich nicht davor sich mit uns unverbindlich in Verbindung zu setzen.