Der IFS wurde im Jahr 2003 gegründet und hieß zu dieser Zeit International Food Standard. Der IFS umfasst derzeit acht Standards. Alle Standards wurden für und von Beteiligten aus allen Teilen der Lieferkette entwickelt. Die Standards sind Prozessstandards, mit dem Ziel Anwendern bei der Umsetzung der lebensmittel- bzw. produktsicherheitsrechtlichen Vorschriften zu helfen. Zugleich sollen die einheitlichen Vorgaben in Bezug auf Lebensmittel- bzw. Produktsicherheit und Qualität eine hohe Standardisierung ermöglichen.

Ziel einer IFS-Zertifizierung ist es zu zeigen, dass das Unternehmen Prozesse etabliert hat die zur Sicherstellung der Lebensmittel- bzw. Produktsicherheit geeignet sind. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf den Kundenspezifikationen.

Zielgruppe

Je nach IFS Standard sind diese anwandbar auf Lebensmittelhersteller, Broker, Logistiker, Haushalt- und Hygieneprodukthersteller sowie Groß-und Einzelhändler.

Sinn und Zweck

Die IFS-Standards wurden erstellt, um Anforderungen und ihre Umsetzung im Wege von Kriterien- / Anforderungskatalogen verständlich zumachen. Damit ist es für die Unternehmen in der Regel leichter ein leistungsstarkes Managementsystem für Lebensmittelsicherheit und Qualität aufbauen.

Im Ergebnis soll durch die IFS-Standards sichergestellt werden,  dass die Unternehmen gemäß der mit den Kunden vereinbarten Spezifikationen ein konformes Produkt produzieren / einen Service erbringen und stetig an der Prozessverbesserung arbeiten. Das Ziel des IFS ist die Sicherstellung von Vergleichbarkeit und Transparenz innerhalb der gesamten Lieferkette für den Verbraucher, sowie eine Kostenreduktion für Lieferanten und den Handel.

Das Prinzip

Die einzelnen Standards kurz zusammengefasst im Überblick

Der Standard dient zur Auditierung von Unternehmen, die Lebensmittel verarbeiten, oder Unternehmen, die lose Lebensmittelprodukte verpacken. Der IFS Food findet nur Anwendung, wenn das Produkt „verarbeitet oder behandelt“ wird oder wenn die Gefahr einer Produktkontamination während der Erstverpackung besteht.

Der IFS Food gilt für die:

  • Verarbeitung und Bearbeitung und/oder
  • Behandlung von losen Produkten und/oder
  • Aktivitäten, die während der Erstverpackung unternommen werden.

Die Liste der Anforderungen ist in folgende Themenbereiche gegliedert:

  • Unternehmensverantwortung,
  • Systeme für Qualitäts- und Lebensmittelsicherheitsmanagement,
  • Ressourcenmanagement,
  • Herstellungsverfahren,
  • Messungen, Analysen, Verbesserungen und
  • Food Defense (Schutz der Lebensmittelkette vor terroristischen Akten).

Ziel des Standards ist es die Vergleichbarkeit und Transparenz innerhalb der gesamten Lieferkette sicherzustellen sowie Kosten und Zeit für Lieferanten und Händler zu reduzieren.

Der Standard dient zur Beurteilung der Sicherheit von Lebensmitteln für kleine und/oder wenig entwickelte Unternehmen.

Das Auditprogramm besteht aus zwei Stufen. Die stufenweise geprüften Anforderungen dienen dazu das Unternehmen sukzessive an eine IFS Food Vollzertifizierung heranzuführen. Inhalt des Anforderungskatalogs ist im wesentlichen

1. Grundstufen- Anforderungen

Lebensmittelsicherheitsmanagementsystem

Spezifikationen, einschließlich Produktfreigabe, Rückverfolgbarkeit, Umgang mit Lebensmittelsicherheitsrelevanten Vorfällen, Lenkung nicht konformer Produkte, Korrekturmaßnahmen

Gute Herstellungspraxis

Persönliche Hygiene, betriebliches Umfeld, Reinigung und Desinfektion, Kontrolle der Produktkontamination, Schädlingsbekämpfung, Wasserqualität

Lenkung von Lebensmittelmittelgefahren

Lenkung von Lebensmittelgefahren- allgemein und spezifisch, Lenkung von Allergenen

2. Mittelstufen- Anforderungen

Lebensmittelsicherheitsmanagementsystem + Gute Herstellungspraxis

HACCP und zusätzliche Anforderungen

HACCP, Produktschutz

Das Ziel ist es, Unternehmen den Zugang zu lokalen Lieferketten zu erleichtern, gegenseitige Akzeptanz in der Lieferkette zu schaffen, Wissenstransfer zu ermöglichen sowie einen Rahmen für die Entwicklung in Richtung IFS Food Standard zu schaffen.

Das Ziel ist, dass Hersteller von Haushalts- und Körperpflegeprodukten sichere und qualitativ hochwertige Produkte in Verkehr bringen.

Der IFS HPC deckt 4 Produktkategorien ab:

  • Kosmetikprodukte – Körperpflegeprodukte mit Hautkontakt (z. B. Makeup, Shampoo, Zahnpasta, Feuchtigkeitscreme, usw.)
  • Chemische Haushaltsprodukte (z.B. Reinigungsmittel, Fensterreiniger, Raumsprays, Insektizide, usw.)
  • Haushaltsgegenstände – Materialien in Kontakt mit Lebensmitteln, die direkt an Endverbraucher verkauft werden (z. B. Gabeln/Löffel aus Kunststoff, Becher/Teller, Alufolie, Schwämme, Müllbeutel, usw.)
  • Hygieneprodukte mit Hautkontakt (z. B. Rasierer, Tücher, Windeln, Zahnbürste, Zahnseide, usw.)

Der Standard umfasst im wesentlichen ein Risikomanagement sowie Anforderungen aus der ISO 22716 (GHP für Kosmetik). Schwerpunkte des Audits sind u.a. die Überprüfung des Risikomanagements, Kundenspezifikation, Rückverfolgbarkeit und des Krisenmanagements.

Der Standard dient zur Produktsicherheit für HPC Produkte und eignet sich für kleine und mittelständische Unternehmen. Das Auditprogramm besteht aus zwei Stufen. Die stufenweise geprüften Anforderungen dienen dazu das Unternehmen sukzessive an eine IFS HPC Vollzertifizierung heranzuführen.

Der Standard ist sowohl für Lebensmittel- als auch Nichtlebensmittelprodukte anwendbar und deckt alle logistischen Aktivitäten wie Be- und Entladen sowie Transport ab. Der Standard kann für alle Transportarten angewendet werden; Lastkraftwagen, Züge, Schiffe, Flugzeuge und jede andere Transportart (unter kontrollierten Temperaturbedingungen oder bei Raumtemperatur).

Die Anforderungen sind in sechs Kapitel aufgeteilt:

  • Unternehmensverantwortung,
  • Qualitäts- und Produktsicherheits-Managementsystem,
  • Ressourcenmanagement,
  • Leistungserbringung,
  • Messungen, Analysen, Verbesserungen und
  • Produktschutz (Product Defense)

Ziel des Standards ist es die Vergleichbarkeit und Transparenz innerhalb der gesamten Lieferkette sicherzustellen sowie Kosten und Zeit für Lieferanten und Händler zu reduzieren.

Das Programm bietet einen optimalen Rahmen, um kleine und – in Bezug auf die Ausbildung von Produktsicherheitsprozessen – weniger entwickelte Logistik-Dienstleister zu unterstützen und zu verbessern.

Das Auditprogramm besteht aus zwei Stufen. Die stufenweise geprüften Anforderungen dienen dazu das Unternehmen sukzessive an eine IFS Logitics Vollzertifizierung heranzuführen. Inhalt des Anforderungskatalogs ist im wesentlichen

1. Grundstufen- Anforderungen

Unternehmensverantwortung

Qualitäts- und Produktsicherheitsmanagement

Ressourcenmanagement

Leistungserbringung

Messungen, Analysen und Verbesserungen 

2. Mittelstufen- Anforderungen

Erweiterte Anforderungen in Bezug auf

Unternehmensverantwortung

Qualitäts- und Produktsicherheitsmanagement

Ressourcenmanagement

Leistungserbringung

Messungen, Analysen und Verbesserungen

Produktschutz

Das Ziel ist es, Unternehmen den Zugang zu lokalen Lieferketten zu erleichtern, gegenseitige Akzeptanz in der Lieferkette zu schaffen, Wissenstransfer zu ermöglichen sowie einen Rahmen für die Entwicklung in Richtung IFS Logistics zu schaffen.

Der Standard wurde entwickelt, um die speziellen Arbeitsabläufe in Cash-&-Carry-Märkten sowie im Großhandel individueller auditieren zu können. Diese beiden besonderen Unternehmensformen werden als wichtiges Bindeglied zwischen Herstellern und Weiterverarbeitern sowie sonstigen kommerziellen Kunden angesehen. Neben einem breiten Handelssortiment können sie zudem bestimmte Behandlungs- und/oder Verarbeitungstätigkeiten durchführen sowie Eigenmarken entwickeln. In Abhängigkeit des jeweiligen Kerngeschäftes des Unternehmens wird eine maßgeschneiderte Checkliste angewendet, entweder Großhandel oder Cash & Carry.

Die Anforderungen des IFS Wholesale und des IFSCash & Carry sind jeweils in sechs Kapitel aufgeteilt:

  • Unternehmensverantwortung,
  • Produktsicherheits- und Qualitätsmanagementsystem,
  • Ressourcenmanagement,
  • Kernprozesse,
  • Messungen, Analysen und Verbesserungen und
  • Produktschutz und Lebensmittelbetrug.

Ziel ist die Sicherstellung von Kompatibilität und Transparenz innerhalb der gesamten Lieferkette sowie die Reduzierung der Kosten und Zeit für Lieferanten und Händler.

Der Standard ist ein Verpackungsmaterial-Sicherheits- und Qualitätsstandard, der auf alle Arten von Primär- und Sekundärverpackung anwendbar ist.

IFS PACsecure wurde für Hersteller der folgenden Materialien entwickelt:

  • Flexibler Kunststoff
  • Hartplastik
  • Papier
  • Metall
  • Glas
  • Andere natürliche Materialien

Das Ziel ist es insbesondere, Unternehmen den Zugang zu lokalen Lieferketten zu erleichtern, gegenseitige Akzeptanz in der Lieferkette zu schaffen, Wissenstransfer zu ermöglichen und die Erfüllung von GFSI-Anforderungen sicherzustellen.

Aufgrund der zunehmenden Globalisierung innerhalb der Lieferkette werden Rohstoffe und Produkte über immer komplexere Wege und aus unterschiedlichsten Quellen bezogen.

Der Standard soll für alle Unternehmen angewendet werden, die hauptsächlich weit überwiegend „Handelsaktivitäten“ ausüben. Broker sind Unternehmen die ihre Lieferanten selbst auswählen und die Ware selbst oder im Auftrag zum Zwecke des Weiterhandelns kaufen. Sie können logistische Aktivitäten auf eigenen Namen oder über Dienstleister organisieren. Sie berechnen ihren Kunden die Ware direkt, ohne zwangsläufig selbst mit dem Produkt in Berührung gekommen zu sein.

Die Liste der Anforderungen ist in folgende Themenbereiche gegliedert:

  • Verantwortung der Unternehmensleitung
  • Qualitäts- und Produktsicherheits-Managementsystem
  • Ressourcenmanagement
  • Planungs- und Serviceprozesse
  • Messungen, Analyse und Verbesserungen
  • Produktschutz

Der Standard überprüft die beteiligten Parteien, um sicher zu stellen, dass diese geeignete Maßnahmen innerhalb Ihrer Tätigkeiten implementiert haben, so dass ihre Lieferanten in Übereinstimmung mit Produktsicherheits- und Qualitätsanforderungen agieren. Ziel ist es die rechtlichen und vertrags-spezifischen Vorgaben der Produkte sicherzustellen.

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